Leibniz Gemeinschaft
Leibniz X

Ausgründungen


In der deutschen Öffentlichkeit wird die Frage der wirtschaftlichen Verwertung von Forschungsergebnissen, d. h. des kommerziellen Wissens- und Technologie-Transfers immer lauter diskutiert. Ein Weg zur professionellen Vermarktung von Forschungsergebnissen ist dabei die Gründung eines Unternehmens, die so genannte Ausgründung. Jedoch fehlt bis heute eine allgemein gültige Definition des Begriffs „Ausgründung“. Oder anders ausgedrückt: Wann ein Unternehmen als Ausgründung gewertet wird beziehungsweise welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen, wird unterschiedlich gehandhabt.


Für Leibniz X sind vor allem zwei Kriterien von Bedeutung:

1. Die Unternehmensgründung muss wissens- und/oder technologiebasiert sein.
2. Mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter einer Leibniz-Einrichtung muss an der
  Unternehmensgründung beteiligt gewesen sein.

Nur wenn beide Kriterien erfüllt sind, wird ein Unternehmen von Leibniz X als Ausgründung klassifiziert.


Daneben gibt es noch weitere Kriterien, die aber weniger zur Klassifizierung als vielmehr zur Charakterisierung von Ausgründungen herangezogen werden. Dies sind unter anderem:

a. Art der Mitarbeiterbeteiligung an der Unternehmensgründung
b. Art und Umfang des Know-how- bzw. Technologie-Transfers aus der Leibniz-Einrichtung in das
  neu gegründete Unternehmen sowie gegebenenfalls sonstiger Unterstützungsleistungen durch die
  jeweilige Einrichtung, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Infrastruktur
c. Etablierung nachhaltiger Kooperationsbeziehungen zwischen Mutterinstitut und Ausgründung
d. Höhe der Beteiligung der Leibniz-Einrichtung am neu gegründeten Unternehmen


Eine besondere Form der Ausgründung ist die Instituts-GmbH, bei der die Forschungseinrichtung die alleinige Gesellschafterin ist. Die Instituts-GmbH kann nach der Gründung als kleines oder mittelständisches Unternehmen neben oder auch gemeinsam mit der Forschungseinrichtung am Markt auftreten.


Basierend auf diesem Verständnis wurden seit 1990 aus 36 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft mindestens 121 innovative Unternehmen gegründet, davon etwas 70% in den Neuen Bundesländern und Berlin. Diese Unternehmen haben ca. 1.600 neue Arbeitsplätze geschaffen und heute einen geschätzten Jahresumsatz von über 150 Mio. Euro. Das hohe Innovationspotenzial und die damit verbundene nachhaltige Entwicklung der aus den Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft gegründeten Unternehmen spiegelt sich auch in der niedrigen Insolvenzquote von unter 5% wieder.


Die folgenden drei Grafiken zeigen die Verteilung der Gründungen nach den Sektionen der Leibniz-Gemeinschaft, nach Bundesländern und nach dem Gründungsjahr.


A: Geisteswissenschaften und Bildungsforschung / B: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften /
C: Lebenswissenschaften / D: Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften / E: Umweltwissenschaften


Bundesland = Sitzland der Leibniz-Einrichtung


Quelle: Leibniz X-Umfrage & Angaben der Leibniz-Einrichtungen (n = 121), Stand: 11. November 2010

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